Betriebsbesichtigung

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Olga Otkupchyk (rot) und Andreas Ditze (rechts) zusammen mit der Studiengruppe der Kuban State University

Viele mussten am 4. Oktober wegen des Br√ľckentags zu Hause bleiben – doch nicht so bei tripuls. Hier stand stattdessen eine Betriebsbesichtigung der besonderen Art an: 21 angehende IT’ler und ein Professor aus der Kuban State University waren zu Gast, um zu erfahren, wie in Deutschland Webprojekte gestemmt werden. Entgegen anders lautenden Ger√ľchten kamen unsere G√§ste √ľbrigens nicht aus Kuba, sondern aus Kuban, einer Region im Nordkaukasus (rechts vom Schwarzen Meer, gut 3.000 Kilometer √∂stlich von Marburg).

Sprachbarrieren √ľberwinden

Zufall oder nicht – bei tripuls gibt es schon seit Jahren eine starke Mitarbeiterfraktion mit¬†erweiterten Fremdsprachenkompetenzen: Italienisch, T√ľrkisch, Griechisch, Rum√§nisch, Chinesisch… ja, und auch Russisch haben wir im Programm. Der Besuch konnte kommen.

Am Morgen des 4.10. nahmen Andreas und Olga die Besuchergruppe in Empfang. Los ging es mit einer kleinen Unternehmenspr√§sentation – vorgetragen von Andreas, gesprochen in Englisch. Ganz im Zeichen des Kulturaustauschs zeigte sich bereits hier, dass das Wording der New Media Branche l√§ngst nicht so international ist, wie manches denglische Wort suggeriert. Mit H√§nden und F√ľ√üen und zahlreichen konkreten Beispielen kamen Referent und Zuh√∂rer sich aber schnell n√§her.

Sprachbarrieren waren zum Gl√ľck kein Problem, als Kollegin Olga Otkupchyk mit ihrem Vortrag begann. Die ehemalige Ukrainerin trug mit viel Humor und in flie√üendem Russisch aus erster Hand vor, wie wir bei tripuls Websites in TYPO3 implementieren. Tipps vom Praktiker und Anekdoten aus dem Arbeitsalltag gab es genauso geboten wie ein paar augenzwinkernde Hinweise auf die #Fails, die nat√ľrlich auch bei uns passieren k√∂nnen.

Anekdoten und Kulturschocks

Es folgte:¬†traditional German food. Und nach Brezeln, Pfefferbei√üer und Kaffee kam dann endlich der Rundgang durch die Agentur. Hier kam es mehrfach zum Kulturaustausch – f√ľr beide Seiten gab es viel zu erfahren:

  1. Die russischen G√§ste bemerkten unumwunden, dass die Arbeitsr√§ume bei tripuls ja offenbar etwas unterbesetzt w√§ren. In einem der B√ľros meinte einer der jungen Leute w√∂rtlich: wo ihr hier mit 6 Leuten sitzt, s√§√üen wir in Russland mit 20.
  2. Heiß diskutiert wurde alles, was mit Geld zu tun hatte: was kosten 40 Webseiten? Was verdient ein Entwickler pro Monat? Bekommen Praktikanten ebenfalls Geld?
  3. Am Ende einer längeren Diskussion stellte sich heraus, dass die Einstandspreise in Russland zwar zweifelsohne geringer als in Deutschland sind. Im Gegensatz zur Vorgehensweise hier arbeitet man in Russland jedoch weniger integrativ: ein Spezialist macht die Website, der nächste das Marketing Рder gemeinsame Überbau fehlt. Das Ergebnis funktioniert laut Aussagen der Gäste oft nicht im Optimum-Bereich.
  4. Bemerkenswert war auch der Hinweis, woher die russische New Media Industrie ihr Geld bekommt. Zumindest f√ľr die kaukasische Region ist die Antwort eindeutig: mehrheitlich vom Staat. Die √∂ffentliche Hand ist ein gesch√§tzter und gern gesehener Auftraggeber.
  5. Geradezu √ľberrascht zeigten sich die G√§ste davon, dass bei tripuls die Chefs im Betrieb mitarbeiten w√ľrden. Dies sei in Russland komplett anders, Firmeneigent√ľmer seien oftmals Investoren die statt mitzuarbeiten lieber darauf achten w√ľrden, dass sie gen√ľgend Geld aus der Firma ziehen k√∂nnten. Der anwesende tripuls Gesch√§ftsf√ľhrer nahm dies mit einem lachendem und einem weinendem Auge zur Kenntnis.

Nach gut drei Stunden war die Betriebsbesichtigung schon wieder vorbei Рund eine Gruppe gut gelaunter Kaukasier brach zum nächsten Termin in Marburg auf.

Wir bedanken uns recht herzlich bei unseren russischen G√§ste f√ľr den munteren Austausch. Besonders danken wir auch¬†Frau Dr. Wiegand und dem Verein¬†Lingua Oeconomicus aus Kirchhain, √ľber den der Kontakt zustande kam. ¬†Der Verein f√∂rdert den¬†wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Austausch mit Russland – und kommt dieser Aufgabe mit gro√üen Engagement und Erfolg seit vielen Jahren nach. Herzlichen Dank f√ľr einen spannenden, lehrreichen und unterhaltsamen Vormittag!

 

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Kaufmännischer GF, Prediger und Blogger

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